Wir sind durch das erste Festivalwochenende geLENTet, mit unvergesslichen Konzerten, neuen Erlebnissen und alten Freundschaften, wo Lent die Kreativität mit Kultur vereint und neue Erinnerungen schafft.

Das diesjährige Festival ist nach vorheriger kreativer Ansage und mit angepasster Temperatur in die Stadt gezogen. Endlich fand auch wieder die schwimmende Bühne ihren Ort, am ersten Tag begrüßte sie uns mit dem zarten Ballett Schwanensee. Die Drau wurde zum mysteriösen See, die Bühne im Wasser verlieh der Vorstellung Authentizität, die mit lauten Ovationen wiederholt belohnt wurde. Für Harmonie sorgte bereits am nächsten Tag das Orchester mit 100 Geigen: Das Roma-Sinfonieorchester aus Budapest. Das Orchester zügelte das Wetter, das praktisch ständig mit Tropfen drohte, unerbittlich bis zum Ende. Mit jedem Tropfen wechselte das Orchesters die erste Geige und zusammen versuchten sie mit russischen, österreichischen, ungarischen, sogar slowenischen und Roma-Lieder den Sturm wegzuscheuchen – und sie waren erfolgreich!

"Diese Jungs sind fantastisch! Sieh, wie viele da sind und wie sie spielen! Sagen Sie mir lieber, wo ich ihr Album kaufen kann",

sagte nach dem Konzert Besucherin Irena, wartete nicht auf die Antwort und lief dem Orchester nach.

Auch die Festivalpromenade erwachte, die die Ereignisse entlang der Drau durch die Geschichte und die Seele Maribors und seiner bekanntesten Straßen, Plätzen und Höfen mit Musik, Performances und Workshops im Art-Camp in der Mitte des Stadtparks verbindet. Letzterer ist vor allem den jüngsten Besuchern gewidmet und erinnert gleichzeitig auch die Älteren, was die wahren Freuden des Lebens sind. Diese zeigte auch der Auftritt von Katalena auf der Jurček-Bühne, deren Melodien unsere Gedanken streicheln und die Grenzen der Volkstradition verschieben. Dies ist definitiv einer der Reize Festivals: Die Möglichkeit, solche Traditionen aus anderen Ländern von nah und fern zu hören und zu erleben, was das Festival tatsächlich gerade mit seinem Jubiläumsprogramm des Folklorefestivals Folkart ankündigt. Ein guter Ausgangspunkt ist die intime Atmosphäre im Gerichtsturm, wo gestern die brasilianische Sängerin Denise Dantas mit ihrem Quartett auf den interkulturellen Dialog mit dem Publikum bestand und ihn auch erhielt, obwohl die meisten Besucher wahrscheinlich kein Wort Portugiesisch sprechen. Die Sängerin, die zwischen Nova und Stara Gorica lebt, kennt auch eine verdächtige Menge slowenischer Wörter, die wichtig für das Überleben sind: Vor allem Aufrufe zum Tanzen und das Bestellen von Bier und Čevapčiči.

"Wir sind bereits einzeln am Lent aufgetreten, in diesem Ensemble spielen wir zum ersten Mal zusammen. Wir fühlen uns gut, wir spielen in einem außergewöhnlichen Ambiente mit außergewöhnlichem Sound, und zum Unterschied mit Brasilien, ist das Publikum hier sogar pünktlich«,

sagte Gitarrist Egon Boštjančič lächelnd nach dem Konzert.

Natürlich kamen Liebhaber der härteren Klänge zur Večer- Bühne, wo die Lautsprecher und Tonmeister in den letzten Tagen an die Grenzen ihres Potentials getrieben wurden, unter anderem von Pankrti, Majka, den legendären britischen Punkrockern Bad Manners, und heute von der Demolition Group. Das Festival kümmert sich natürlich auch um die Nachtvögel mit einem abwechslungsreichen Nachtprogramm an verschiedenen Orten: Mladina-Bühne, dem Vetrinski-Hof, Minoriti und Žički-Hof.

"Lent ist eine unglaubliche Erfahrung! Ich fühle mich verpflichtet, zum Festival zu kommen, und mich bei Maribor für alle tollen Konzerte zu bedanken",

sagte Besucherin Katja aus Ljubljana, die jedes Jahr das Festival besucht. Wir sehen uns beim Lent!